Checkliste Erstausstattung: Was du fürs Babyzimmer wirklich brauchst
Das Internet ist voll mit Erstausstattungslisten, die 87 Dinge enthalten – und nach der Geburt merkst du, dass du die Hälfte davon nie benutzt hast. Hier bekommst du eine ehrliche Liste: Was ihr wirklich braucht, was ihr später kaufen könnt und worauf ihr getrost verzichten dürft.
Die Wahrheit über Erstausstattungslisten
Jede Babyzeitschrift, jeder Onlineshop und jede Schwangerschafts-App hat eine eigene Liste – und jede ist ein bisschen zu lang. Das liegt in der Natur der Sache: Wer Produkte verkauft, hat ein Interesse daran, dass du möglichst viel kaufst.
Wir machen es anders. Diese Liste sortiert alles in drei Kategorien: was ihr vor der Geburt braucht, was bis zum dritten Monat dazukommen kann und was ihr euch sparen dürft. Und weil wir ehrlich sind: Manche Dinge klingen auf dem Papier unverzichtbar und stehen am Ende unbenutzt im Schrank.

Kategorie 1: Das braucht ihr wirklich (vor der Geburt besorgen)
Schlafen
Ein Babybett oder Beistellbett. Eins von beiden reicht für den Start. Viele Familien beginnen mit einem Beistellbett am Elternbett und wechseln nach ein paar Monaten zum Gitterbett. Wer nur ein Bett kaufen möchte, liegt mit einem Kombi-Kinderbett richtig – das begleitet euer Kind vom ersten Tag bis ins Vorschulalter. Welches Bett in welchem Alter passt, haben wir in unserem Artikel Vom Beistellbett zum Kinderbett ausführlich erklärt.
Eine feste Matratze. Passend zum Bett, mit OEKO-TEX-Siegel und waschbarem Bezug. Mehr Details dazu findet ihr in unserem Matratzen-Vergleich. Kaltschaum reicht für die meisten Familien völlig aus.
Zwei bis drei Spannbettlaken. Eins auf der Matratze, eins in der Wäsche, eins in Reserve. Baumwolle, 60 °C waschbar.
Zwei Schlafsäcke. Verschiedene TOG-Werte je nach Jahreszeit. Besser zwei als einen – denn wenn nachts einer nass wird, braucht ihr sofort Ersatz.
Wickeln
Eine Wickelkommode oder Wickelauflage. Eine Kommode mit abnehmbarem Wickelaufsatz ist die platzsparendste Lösung – nach der Wickelzeit wird sie zur normalen Kommode weitergenutzt. Wenn kein Platz für eine Kommode ist, tut es auch eine Wickelauflage auf einer stabilen Unterlage.
Eine abwaschbare Wickelauflage. Abwischbar, mit erhöhtem Rand. Ein waschbarer Bezug darüber macht es kuscheliger.
Windeln. Einen kleinen Vorrat in Größe 1 (Newborn) und ein Paket Größe 2 reichen. Nicht zu viel auf Vorrat kaufen – manche Babys sind von Anfang an zu groß für Größe 1.
Feuchttücher oder Waschlappen. Für den Anfang tun es auch warmes Wasser und weiche Waschlappen. Feuchttücher sind praktisch für unterwegs.
Wundschutzcreme. Eine Tube reicht. Braucht nicht jedes Baby, aber wenn doch, willst du sie griffbereit haben.
Kleidung (Größe 50–62)
Fünf bis sechs Bodys. Kurzarm oder Langarm, je nach Jahreszeit. Wickelbodys sind am Anfang einfacher anzuziehen als solche, die über den Kopf gehen.
Vier bis fünf Strampler oder Schlafanzüge. Babys leben in den ersten Wochen quasi im Schlafanzug – und das ist völlig okay.
Zwei bis drei Jäckchen oder Pullover. Zum Drüberziehen je nach Temperatur.
Mützchen, Söckchen. Jeweils zwei bis drei Paar. Neugeborene verlieren schnell Wärme über den Kopf und die Füße.
Ein Ausgehoutfit. Eins. Maximal. Babys tragen es dreimal, bevor es zu klein ist.
Stauraum
Ein Kleiderschrank oder eine Kommode. Muss nicht riesig sein – Babykleidung ist klein. Aber ein fester Platz für Kleidung, Bettwäsche und Pflegeprodukte bringt Struktur.
Kategorie 2: Kann warten (in den ersten drei Monaten ergänzen)
Nice-to-have, aber kein Muss vor der Geburt
Stillsessel oder bequemer Sessel. Schön zum Stillen, Füttern und Vorlesen – aber in den ersten Wochen stillen die meisten Mütter ohnehin im Bett oder auf dem Sofa. Wenn ihr merkt, dass ihr einen Sessel fürs Kinderzimmer braucht, kauft ihn dann.
Nachtlicht. In den ersten Wochen reicht das Licht vom Flur oder eine gedimmte Lampe. Ein richtiges Nachtlicht könnt ihr besorgen, wenn sich euer nächtlicher Rhythmus eingependelt hat.
Spieluhr oder Mobile. Wunderschön und beruhigend, aber Neugeborene sehen in den ersten Wochen kaum weiter als 20 bis 30 Zentimeter. Ein Mobile über dem Bett wird erst ab der sechsten Woche richtig interessant.
Babyfon. Braucht ihr erst, wenn das Baby im eigenen Zimmer schläft. Solange es neben euch steht, hört ihr alles.
Wickeltisch-Heizstrahler. Im Winter sinnvoll, im Sommer überflüssig. Wenn euer Baby im Frühling oder Sommer kommt, wartet ab, ob ihr ihn im nächsten Winter noch braucht.
Mehr Kleidung. Kauft nach der Geburt gezielt nach, wenn ihr wisst, welche Größe euer Baby wirklich trägt. Manche Neugeborene passen nie in Größe 50.
Kategorie 3: Könnt ihr euch sparen
Ehrlich gesagt: Das braucht (fast) niemand
Wärmelampe fürs Babybett. Ein Schlafsack und die richtige Raumtemperatur reichen. Wärmelampen können sogar zur Überhitzung führen.
Betthimmel, Nestchen, Bettumrandung. Sehen hübsch aus, sind aber laut aktuellen Empfehlungen ein Sicherheitsrisiko im Babybett. Mehr dazu in unserem Artikel zur sicheren Schlafumgebung.
Babybett-Projektor. Klingt süß, ist in der Praxis aber oft mehr Ablenkung als Einschlafhilfe. Babys schlafen am besten in einem ruhigen, reizarmen Raum.
Windeltwister oder spezielle Windeleimer. Ein normaler Mülleimer mit Deckel tut es – regelmäßig leeren reicht. Die speziellen Kassetten für Windeltwister sind teuer und erzeugen unnötig Plastikmüll.
Wickelkommode mit integrierter Badewanne. Klingt praktisch, wird aber selten genutzt. Die meisten Eltern baden ihr Baby in der normalen Badewanne mit einem Badeeimer oder einer kleinen Babybadewanne.
Komplette Garderobe in Größe 50 bis 86. Babys wachsen unvorhersehbar. Kauft immer nur eine Größe voraus – nicht vier.
Die Checkliste zum Abhaken
Vor der Geburt besorgen
- Babybett oder Beistellbett
- Matratze (fest, OEKO-TEX, waschbarer Bezug)
- 2–3 Spannbettlaken
- 2 Schlafsäcke (passender TOG-Wert)
- Wickelkommode oder Wickelauflage
- Abwaschbare Wickelauflage + Bezug
- Windeln (Größe 1 + ein Paket Größe 2)
- Feuchttücher oder Waschlappen
- Wundschutzcreme
- 5–6 Bodys (Größe 50–62)
- 4–5 Strampler / Schlafanzüge
- 2–3 Jäckchen
- Mützchen + Söckchen
- Kleiderschrank oder Kommode
In den ersten 3 Monaten ergänzen
- Stillsessel (wenn ihr einen Platz dafür habt und braucht)
- Nachtlicht
- Spieluhr / Mobile
- Babyfon (wenn Baby ins eigene Zimmer zieht)
- Heizstrahler (wenn Winterbaby)
- Kleidung nachkaufen (in der tatsächlichen Größe)
Fazit: Weniger kaufen, mehr erleben
Die wichtigste Erkenntnis, die fast alle Eltern nach den ersten Wochen haben: Wir haben zu viel gekauft. Ein Baby braucht erschreckend wenig – ein sicheres Bett, saubere Kleidung, Windeln und euch. Alles andere ist schön, aber nicht überlebenswichtig.
Spart euch das Geld für die Dinge, die ihr wirklich braucht, und lasst euch nicht von endlosen Listen verunsichern. Ihr werdet nach der Geburt schnell merken, was euer Baby mag und was nicht – und könnt dann gezielt nachkaufen.
Und wenn Oma fragt, was sie schenken soll: Zeigt ihr die Liste. Oder schickt sie zu unserem Artikel über Geschenke zur Geburt.
Was stand auf eurer Liste, das ihr nie gebraucht habt? Und was hat gefehlt? Teilt eure Erfahrungen – damit die nächsten Eltern schlauer sind.