Laterne basteln mit Kindern: 6 einfache Ideen für St. Martin
Wenn es früher dunkel wird, beginnt die Laternenzeit. Für Kinder ist der Laternenumzug an St. Martin einer der schönsten Momente im Herbst – und die selbst gebastelte Laterne gehört einfach dazu. Sie muss dabei weder perfekt noch aufwendig sein: Die schönsten Laternen entstehen oft aus dem, was ohnehin im Haus ist.
Wir zeigen euch sechs Bastelideen für verschiedene Altersstufen, welche Materialien ihr braucht und worauf ihr beim Licht achten solltet.

Wann und warum wir Laternen basteln
Der Laternenlauf findet rund um den 11. November statt, den Martinstag. Kindergärten und Schulen bereiten sich meist schon Wochen vorher vor – das Basteln selbst ist dabei oft genauso wichtig wie der Umzug.
Für Kinder ist es ein Erlebnis mit allem, was dazugehört: schneiden, kleben, malen und am Ende stolz das eigene Werk durch die Dunkelheit tragen. Diese Vorfreude über mehrere Tage ist für kleine Kinder mindestens so wertvoll wie das Laternenfest selbst.
Was ihr grundsätzlich braucht
Fast alle Laternen bestehen aus denselben Bausteinen:
- Ein Körper – Tonkarton, ein Einmachglas, eine PET-Flasche oder ein Laternenrohling aus dem Bastelshop.
- Transparentpapier für die leuchtenden Flächen.
- Kleber und Schere – ein Klebestift reicht für Papier, für Glas und Kunststoff braucht ihr Bastelkleber.
- Ein Laternenstab mit LED, dazu ein Tragebügel aus Draht.
- Deko nach Lust und Laune: Wachsmalstifte, Naturmaterialien, Filzreste, Sterne.
Zum Licht ein klares Wort: Verwendet ausschließlich LED-Laternenstäbe. Echte Kerzen in Kinderhänden sind bei Papierlaternen ein Brandrisiko – und die LED leuchtet zuverlässig, auch wenn die Laterne einmal umkippt.
1. Die PET-Flaschen-Laterne (ab 2 Jahren)
Laternen können aus Alltagsmaterialien wie PET-Flaschen gebastelt werden – die einfachste Variante überhaupt und ideal für die Kleinsten.
Schneidet den oberen Teil einer klaren Flasche ab, sodass ein Becher bleibt. Kinder bekleben die Außenseite mit Transparentpapier-Schnipseln in Rot, Gelb und Orange. Zwei Löcher am oberen Rand, Draht durch, Bügel fertig. Das Ergebnis leuchtet warm und ist praktisch unkaputtbar.
Warum sie für Zweijährige passt: Es gibt nichts falsch zu machen. Kleben, drücken, fertig – und jedes Kind kann seinen Teil beitragen.
2. Die Einmachglas-Laterne (ab 3 Jahren)
Einmachgläser können für elegante Windlicht-Laternen verwendet werden. Bestreicht das Glas außen mit Bastelkleber und beklebt es mit Seidenpapier oder Transparentpapier. Wenn alles getrocknet ist, kommt ein LED-Teelicht hinein.
Für den Umzug bindet ihr Draht um den Glasrand und formt einen Bügel. Ein Hinweis: Glas ist schwerer und kann zerbrechen – für den Laternenlauf mit ganz kleinen Kindern ist die PET-Variante sicherer. Als Fensterdeko im Kinderzimmer ist das Einmachglas dagegen unschlagbar schön.
3. Die Wachsmal-Bügelfeuer-Laterne (ab 4 Jahren)
Die Wachsmal-Bügelfeuer-Technik ist für Kinder geeignet und ergibt ein wunderschönes, leuchtendes Muster.
Kinder raspeln Wachsmalstifte mit einem Sparschäler zu feinen Spänen. Diese Späne werden zwischen zwei Lagen Backpapier gestreut. Ein Erwachsener bügelt das Ganze bei niedriger Temperatur – die Späne schmelzen und bilden ein buntes, transparentes Muster. Das fertige Papier wird um einen Karton-Rahmen geklebt.
Wichtig: Das Bügeln übernehmen immer Erwachsene, und zwischen Bügeleisen und Wachs gehört eine zusätzliche Lage Backpapier.
4. Die Tier-Laterne: Fuchs, Eule oder Igel (ab 4 Jahren)
Tierlaternen sind der Klassiker im Kindergarten. Am einfachsten gelingen sie mit einem runden Laternenrohling, den ihr in der Grundfarbe des Tieres beklebt.
Für den Fuchs braucht ihr orangefarbenes Transparentpapier, dazu Ohren, Schnauze und Schwanz aus Tonkarton. Für die Eule schneidet ihr viele kleine Federn aus Papier und klebt sie überlappend auf, dazu große runde Augen. Der Igel entsteht aus braunem Papier mit vielen aufgeklebten Zacken.
Kinder lieben es, wenn ihre Laterne ein Gesicht hat – und erkennen sie beim Umzug sofort wieder.
5. Die Waldorf-Laterne (ab 5 Jahren)
Die Waldorf-Laterne benötigt Aquarellpapier und wirkt besonders warm, weil das Licht durch das eingeölte Papier weich hindurchscheint.
Kinder malen mit Aquarellfarben auf festes Papier – Herbstfarben wirken am schönsten. Nach dem Trocknen wird das Papier dünn mit Speiseöl eingerieben und getrocknet: Dadurch wird es transparent. Anschließend rollt ihr es zum Zylinder und klebt Boden und Deckel aus Tonkarton an.
Das Ergebnis sieht handgemacht und hochwertig aus – ein schönes Projekt für ältere Kinder, die schon geduldig arbeiten können.
6. Die Naturmaterial-Laterne (ab 5 Jahren)
Sammelt beim Spaziergang bunte Blätter, kleine Gräser und Blüten. Zu Hause werden sie zwischen zwei Lagen Transparentpapier geklebt und um einen Rahmen gespannt.
Diese Laterne verbindet den Herbstspaziergang mit dem Basteln und sieht bei Kerzenschein besonders stimmungsvoll aus. Passende Ideen für Naturmaterialien im Zimmer findet ihr auch unter Herbstdeko fürs Kinderzimmer.
Zwei Klassiker für Fortgeschrittene
Die Traktor-Laterne. Die Traktor-Laterne ist für Kinder ab 2 Jahren geeignet, wenn Erwachsene die Form vorbereiten. Ihr braucht einen rechteckigen Grundkörper aus Tonkarton, große schwarze Kreise als Räder und eine kleine Fahrerkabine. Die Fenster werden mit gelbem Transparentpapier hinterklebt, damit sie leuchten. Für viele Kinder ist es die Lieblingslaterne, weil sie ein echtes Fahrzeug erkennen.
Prinzessin, Pirat und Fantasiefiguren. Bei älteren Kindern übernimmt oft das Thema die Führung: eine Piratenlaterne mit Totenkopf und Segel, eine Prinzessinnenlaterne mit Krone und Glitzer, ein Drache mit Zackenkamm. Der Aufbau bleibt derselbe – Rohling bekleben, Details aus Tonkarton aufsetzen. Lasst euer Kind das Motiv selbst wählen; die Motivation steigt dadurch enorm.
Bastelset oder selbst zusammenstellen?
Laternen-Bastelsets aus dem Bastelshop enthalten Laternenrohlinge, Zuschnitte und meist auch den Tragebügel. Sie sind praktisch, wenn es schnell gehen muss oder ihr euch unsicher fühlt – und das Ergebnis sieht garantiert ordentlich aus.
Selbst zusammenstellen ist dagegen günstiger, nachhaltiger und kreativer. Unser Tipp: Kauft nur den Laternenstab und den Bügel dazu, den Rest bastelt ihr aus vorhandenem Material. So bleibt die Laterne individuell, ohne dass ihr improvisieren müsst.
Tipps, damit es entspannt bleibt
Zeit einplanen. Kleber muss trocknen. Verteilt das Basteln lieber auf zwei Nachmittage, als am Abend vor dem Umzug fertig werden zu müssen.
Untergrund schützen. Eine alte Wachstuchdecke oder Zeitung spart viel Nachbereitung.
Loslassen können. Die Laterne muss nicht symmetrisch sein. Kinder sind stolzer auf etwas, das sie selbst gemacht haben, als auf ein perfektes Werk der Eltern.
Stabilität prüfen. Der Bügel muss sicher halten – ein Test vor dem Umzug erspart Tränen.
Namen aufschreiben. Bei zwanzig Laternen im Kindergarten Gold wert.
Der Laternenumzug: praktische Vorbereitung

Am Abend selbst entscheidet oft die Kleinigkeit über die Stimmung. Packt Ersatzbatterien für den Laternenstab ein – LEDs geben leise auf, meist genau dann, wenn der Umzug beginnt.
Zieht euer Kind warm an, aber so, dass es die Laterne noch gut greifen kann: Dicke Fäustlinge und ein dünner Bügel vertragen sich schlecht. Bei kleinen Kindern lohnt es sich, den Bügel etwas kürzer zu halten, damit die Laterne nicht ständig am Boden schleift.
Und rechnet damit, dass ihr die Laterne irgendwann tragt. Das ist normal – der Weg ist für kleine Beine oft länger als gedacht.
Laternenlieder für den Weg
Zum Umzug gehören die Lieder. „Ich geh mit meiner Laterne", „Laterne, Laterne" und „Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind" kennen die meisten Kinder aus Kita oder Schule.
Es lohnt sich, ein oder zwei davon vorher gemeinsam zu üben – dann kann euer Kind mitsingen, statt nur zuzuhören. Auch das gehört zur Vorfreude, die diese Wochen so besonders macht.
Nachhaltig basteln
Laternen sind ein Paradebeispiel dafür, wie viel sich aus Vorhandenem machen lässt. PET-Flaschen, Konservengläser, Kartonreste, alte Geschenkpapierreste und Naturmaterialien aus dem Park ersetzen fast jedes gekaufte Set.
Wer Bastelmaterial kauft, kann auf Papier aus Recyclingfasern und lösemittelfreien Kleber achten – gerade bei Kleinkindern, die beim Basteln noch alles anfassen. Hebt Laternenstab und Bügel nach dem Fest auf: Beides lässt sich im nächsten Jahr wiederverwenden, nur der Körper wird neu gebastelt.
Nach dem Umzug: Laterne weiterverwenden
Die schönste Laterne verschwindet oft nach dem 11. November in der Ecke. Dabei ist sie eine wunderbare Herbstdeko: Am Fenster oder auf der Kommode leuchtet sie mit LED-Licht die ganze dunkle Jahreszeit über.
Wer mag, hängt mehrere Laternen als Lichterkette im Zimmer auf oder stellt sie ins Fenster. Wie ihr Licht im Kinderzimmer stimmungsvoll einsetzt, lest ihr unter Beleuchtung im Kinderzimmer. Weitere Bastelideen für die dunkle Jahreszeit findet ihr unter DIY-Deko fürs Kinderzimmer.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter können Kinder Laternen basteln? Ab etwa zwei Jahren beim Bekleben mithelfen. Selbstständiger wird es ab vier bis fünf Jahren.
Welche Laterne ist am einfachsten? Die PET-Flaschen-Laterne – schnell, günstig und praktisch unzerstörbar.
Kerze oder LED? Immer LED. Papierlaternen und offene Flammen passen nicht zusammen.
Wie lange dauert das Basteln? Je nach Modell 30 Minuten bis zwei Nachmittage – vor allem wegen der Trockenzeiten.
Was kostet es? Mit vorhandenem Material fast nichts. Laternenstab und Bügel kosten wenige Euro.
Fazit
Eine Laterne zu basteln braucht weder Talent noch teures Material. Ob PET-Flasche, Einmachglas oder Waldorf-Papier: Entscheidend ist, dass euer Kind selbst mitmachen darf und am Ende stolz sein eigenes Licht durch die Dunkelheit trägt.
Plant genug Zeit ein, nutzt LED statt Kerze – und stellt die Laterne danach ins Fenster, statt sie wegzuräumen. So begleitet sie euch durch den ganzen Herbst.